Da denkt man doch man waere in ein einigermassen kultiviertes Land gefahren und was ist ??
Kein Internet weit und breit.
Jetzt muss ich schon scharf nachdenken wann ich zuletzt geschrieben habe. Das war am Sonntag an meinem Geburtstag. Also jetz erstmal der Reihe nach:
Sonntag:
Mein Abendessen im sultanischen Palast war sehr lecker. Zumal ich das Glueck hatte und es nicht besonders viel los war. Der Bruder des momentanen Sultans
Hamengkubuwana X (mittlerweile ohne politische Funktion, aehnlich dem englischen Koenigshaus) hatte Zeit und hat mich durch die Gemaecher gefuehrt, die immer noch bewohnt werden. Ziemlich spannend so eine kleine Luxusanlage, koenntte mir auch sehr gefallen. Modern und alt sehr nett verbunden. Leider habe ich keine Bilder gemacht, weil ich es unangebracht fand. Ich wuerde es auch nicht begruessen, wenn Touristen durch mein Wohnzimmer stapfen und darauf los knipsen.
Nach meinem Mahl bin ich im Regen ins Hotel zurueck.
Am naechsten Morgen gings ja schon weiter.
Montag:
Heute konnte ich zur Abwechslung mal relativ lange schlafen, bis um 6 Uhr. Danach habe ich meinen Koffer gepackt und gefruehstueckt.
Der Mini-Bus nach Cemoro Lawang hat uns, insgesamt sieben Personen, um 8 Uhr abgeholt. Los ging die Fahrt.
Habe den Platz vorne bekommen, was zunaechst ganz komforttabel aussah, mehr dazu spaeter.
Sterckenverlauf:
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| Streckenverlauf |
Los gings mit einem klapprigen Mini-Bus, der stolze 570.000 Kilometer auf seiner Anzeige stehen hatte. Dem entsprechend war die Inneneinrichtung. Kassettenradio (man kann hier uebrigens alles aktuellen Popcharts noch auf Kassette kaufen), ausgenudelte Sitze und zum Glueck eine Klimaanlage.
Wir fahren los gen Osten, was auch eigentlich kein Problem sein sollte. Nur hatte man nicht das Gefuehl von der Stelle zu kommen.
Autobahn fehl am Platze. Es geht durch unzaehlige kleine Doerfer und Staedte vorbei an Reisfeldern und Palmenhainen. Und wenn man auf den Kilometerstand guckt sind erst 70 Kilometer geschafft in 2 Stunden. Puhh....
Gegen 13.30 Uhr stoppen wir zu einem kurzen Mittagessen. 160 Kilometer sind geschafft. In 5 Stunden. Nach einem Stopp von 45 Minuten, rein ins Auto und weiter gehts.
Das Publikum im Bus ist recht gemischt, ein Vietnamese, drei Franzosen ein aelteres Paar aus Belgien und ich. Wie sich heraus stellt ist der Vietnamese in der Naehe von Paris aufgewachsen und spricht logischerweise fliessend franzoesisch. Die Beliger sprechen auch recht gut franzoesisch, ich fuer meinen Teil eher nicht auch wenn ich viel verstehe. Im Bus wird daher nur franzoesisch gesprochen, ich habe etwas das nachsehen. Nun gut lese ein komplettes Buch in der Zeit.
Um 17.40 Uhr wird es fuer gewoehnlich dunkel. Es sind noch 100 Kilometer bis Cemoro Lawang. Um 20 Uhr halten wir an einem recht unscheinbaren Haeuschen in dem wir unsere Eintrittsgebuehr fuer den Vulkan Bromo bezahlen und den Jeep. (Der Vulkan Bromo ist nur mit dem Jeep erreichbar.)
Noch 20 Kilometer.............
Die es in sich haben.
Vor 14 Tagen ist der Vulkan ausgebrochen und hat im Umkreis von 20 Kilomtern alles mit einer dicken Ascheschicht bedeckt. Diese ist an manchen Stellen ueber einen halben Meter dick. Da es noch nicht gelungen ist die Strasse von der Asche zu befreien und es hier auf etwa 1800 Metern oft regnet, ist alles zusammen zu dickem festen Schlamm verpappt. Anders kann man es nicht nennen.
Fuer unseren Bus eine echte Herausforderung.
Mein Platz ist insoweit nicht die wahre Freude, weil ich genau auf dem Motor sitze und wenn die Klimaanlage laeuft und man unter 10 km/h fahert recht heiss unterm Hintern wird.
Wie gut das es Dunkel ist und man nicht sehen muss wo der Bus tatsaechlich herfaehrt.
Ankunft im Hotel um 21.45 Uhr. Yippieeh!!
Nur noch ab ins Bett und schlafen. Morgen gehts bereits um 3.30 Uhr aus den Federn.
Der erste Tag an dem ich keine Bilder gemacht habe......
Dienstag:
Der Wecker kingelt exakt um 3.30 Uhr. Aufstehen, anziehen und fertig!
Der Jeep holt uns um 4.10 Uhr ab. Die Fahrt zum Aussichstpunkt beginnt. Die Fahrt dauert ungefair 40 Minuten. Und ist realtiv schnell vorbei, zumal es in einem Jeep hier oben deutlich besser geht, als gestern im Bus.
Am Endpunkt gehts im stockdunkeln weiter. Endscheide mich fuer den Teil eines Aufstiegs ein Pferd zu nehmen. Das Pferd geht mir im Stockmass bis etwas ueber den Bauchnabel und ist eher ein Pony als ein Pferd. Es geht ziemlich steil hinauf. Die letzten 70 Hoehenmeter gehts zu Fuss weiter. Hier gibt es nur noch Treppen und es ist ziemlich steil.
Puenktlich mit dem Sonnenaufgang bin ich oben.
Leider ist heute extrem neblig und wolkig. Und die ersten Sonnenstrahlen sind recht zaghaft.
Tortzdem hat sich der Weg gelohnt
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| morgens um kurz vor sechs.. |
Der Vulkan Bromo gehoert zu den 10 aktivsten Vulkanen weltweit und ist einer der bestueberwachten.
Dennoch ist das Ausmass eines Ascheausbruchs verheerend. Alles Baeume sind tot, Wege und Strassen verschuettet und Daecher eingefallen.
Von alledem merkt man hier oben bei friedlicher Stille nichts.
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| Vuklan Bromo, links (mit dem Rauch) |
So Vulkane sind ganz schoen faszienierend. Mache extrem viele Fotos bis die SD Karte voll ist, eigentlich sehen sie alle gleich aus. Aber man kann sich gar nicht satt genug sehen.
Von hier hann man auch Cemoro Lawang sehen, das Doerfchen in dem ich geschlafen habe.
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| Cemoro Lawang |
Nach einer Stunde gehts zurueck zum Jeep.
Bin ich froh das man im Dunkeln nicht sehen konnte wo das Pferd her gelaufen ist. Im Hellen haette man es wahrscheinlich nicht gemacht. Laufe daher den kompletten Weg zurueck.
Mit dem Jeep gehts durch Cemoro Lawang und weiter zum Vulkan. Die Vulkane liegen in einem grossen erloschenen Kraterkessel.
Von dort kann man zu Fuss oder per Pferd zum Bromo ran.
Ich entscheide mich fuers Pferd.
Da die dicke schwarze Asche die hier ueberall rumliegt nicht besonders schoen zu laufen ist.
Nach einer halben Stunde bin ich am Krater. Bis vor 2 Wochen gab es bis zum Kessel noch eine steile Treppe hinauf zum Kraterrand. Die ist leider nun zerstoert.
Man kann aber aehnlich einer Duene nach oben kletten, was ich auch tue. Habe allerdings eine beigefarbene Hose an, die anschliessend nicht mehr besonders aussieht. Nun gut, man muss halt Opfer bringen.
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| Bromo Krater |
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| Strasse von Cemoro Lawang nach Probolinggo |
In einen Krater rein zugucken war schon immer ein Traum von mir.
Es ist maechtig laut und in regelmaessigen Abstaenden kommt eine dicke Rauchwolke empor. Was dem ganzen einen ziemlichen Respekt einfloesst.
Bin nachdem auch etwas Lava zu sehen war, wieder runter. Sicher ist sicher.
Mit dem Pferd gehts zurueck zum Jeep und weiter zum Hotel. Fruehstuecken.
Trinke einen extrastarken Kaffee. Denn es geht gleich wieder runter nach Probollingo.
Probollingo ist eine Stadt an der Kueste und der Ausgangsort fuer den Bromo.
Dort machen wir in einer Autowerkstatt kurz halt. Oelwechsel.
Da ich dringend etwas Koffein brauche gehe ich mir in der Naehe eine Cola kaufen. Die Dame fragt mich ob ich auch Eis moechte, was ich bejae. Zupp weg ist sie. Gefuehlte 5 Minuten spaeter ist sie wieder da. Mit Eis.
Wo immer sie es auch her hat. Uebrigens schmeckt die Cola hier nicht besonders. Sie ist deutlich suesser als bei uns.
Die Fahrt zum Ijen Plateau beginnt.
Kann mal irgendwer etwas Teer herschicken???
Wenn man den Strassen von Indonesien einen Kaesenamen geben wuerde, waere es mit Sicherheit Emmentaler oder Lerrdammer. Man sind hier Loecher in den Strassen.
In Richtung Osten werden die Strassen immer schlechter. Hoechstgeschwindigkeit 40 km/h.
Kuzer Stopp in einem Fischerdorf fuers Mittagessen.
Esse einen frittierten leckeren Fisch mit Reis.
Auf der Fahrt zum Ijen Plateau, stellt man sich die Frage, ob es wirklich die offiziellen Starssen sind oder nicht. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit von etwa 90% haelt der Teer wohl nicht besonders. Weshalb wir die meiste Zeit auf dem Unterbelag fahren. Bestehend aus Geroell und Steinen.
Ankunft in Bodowoso (Ijen Plateau) um 18 Uhr.
Hier ist weit und breit nichts. Das Abendessen gibts im Hotel und wird recht zeitig serviert. Man ist hier darauf eingestellt frueh zu servieren, denn die meisten brechen am fruehen Morgen auf.
Wir trinken noch ein Bier mit Eisstueckchen (der Kuehlschrank ist ausgefallen und das Bier ist warm) und gehen zeitig ins Bett.
Mittwoch:
Der Wecker klingelt wieder um 3.30 Uhr. So langsam wirds sadisitisch. Nun gut habe es ja nicht anders gewollt.:-))
Es gibt um 4 Uhr ein recht merkwuerdiges Fruehstueck. Tee und ein fertiggeschmiertes Toast mit Butter, Erdbeermarmelade und Schokostreusel.
Um 4.30 Uhr brechen wir auf. Die Fahrt dauert noch 45 Minuten.
Dann beginnt der Aufstieg.....
Es sind 300 Hoehenmetern und eine Strecke von 3 Kilometern. Ganz schoen steil.
Der Aufstieg dauert 2 Stunden. Dananch eroeffnet sich einem der Blick auf den Ijen See.
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| Ijen See |
Ein durch Sulfur verfaerbtes Gewaesser.
Hier wird noch Sulfur abgebaut. Von Hand. Die Maenner schuften sich hier mehr oder weniger zu Tode. Die Koerbe mit dem Sulfur wiegen zwischen 80 und 100 Kilogramm und werden auf dem Ruecken nach unten getragen.
Ich bin uebrigens froh ohne Gepaeck hoch und runter gekommen zu sein.
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| Sulfur beladene Koerbe |
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| ein Sulfur rauchender Vulkan |
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| Sulfur Abbau |
Man koentte bis runter laufen, worauf ich aber verzichte, da hier vor kurzem ein Franzose abgerutscht ist und dabei umgekommen ist.
Man muss nicht alles haben. Die Aussicht reicht voll kommen. Der Abstieg ist gluecklicherweise nicht ganz so anstrengend wie der Aufstieg. Geht nur in die Kniee.
Um 10 Uhr fahren wir weiter. Die Strasse setzt dem ganzen jetzt die Kroenung auf, weil jetzt kaum noch Strasse zu erkennen ist.
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| gute Strasse? |
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Es wird zum Teil so steil, dass wir aussteigen muessen, damit falls was passiert uns nichts geschieht.
Gluecklicherweise ist auch so eine Fahrt vorbei.
Kurzer Halt zum Mittagessen an der Faehre rueber nach Bali.
Der Bus nach Bali ist die Kroenung vom Ganzen. Ein oeffentlicher Bus. Voll und ziemlich eng, es gibt eine Reihe mit 2 Sitzen und eine mit 3 Sitzen.
Sitze eingepfercht zwischen Fenster und zwei Indonesiern. Ohne Klimaanlage und es darf geraucht werden. Gluecklicherweise sind die Fenster offen.
Die Fahrt dauert dreieinhalb Studen bis Denpasar. Und nochmal 40 Minuten mit dem Taxi nach Kuta. Im Sueden von Bali am Westufer.
Hier bin ich jetzt. Habe einen kleinen Bungalow in einem Garten gemietet und ersteinmal lange geduscht und den Pool besucht, ehe ich ins Bett marschiert bin.